Gesamtkirchengemeinde

Danke Anton Seeberger für 21 Jahre!

Wir verabschieden Pfarrer Anton Seeberger

Als Anton Seeberger am 12. März 2000 in sein Amt als Pfarradministrator von St. Konrad (mit der Seelsorgestelle „Frauenkopf“) und als Pastoraler Mitarbeiter für St. Eberhard eingeführt wurde, betonte er, kein besonderes Programm zu haben, „denn ein Priester braucht kein Programm zu haben. Ich will ein treuer Zeuge des Evangeliums sein.“ Der 1952 in Schnetzenhausen Geborene war aus Rottweil gekommen - eine Stadt, die sein Leben geprägt hat: als Schüler und Konviktor lebte er in der "ältesten Stadt Baden-Württembergs", wie die Rottweiler gerne betonen. Später, nach dem Studium der Theologie und Sozialpädagogik, wurde er nicht nur in Rottweil 1982 zum Priester geweiht, sondern kehrte nach seinen Vikarsjahren auch wieder zurück: als Seelsorger im Vinzenz-von-Paul-Hospital im Rottenmüster und von 1992 bis Anfang 2000 als Pfarrer der Rottweiler Münstergemeinde.

Zum neuen Jahrtausend dann der Neustart in der Landeshauptstadt, wo er nicht nur alsbald die Bildung der Seelsorgeeinheit von St. Eberhard und St. Konrad mitgestalten durfte, sondern auch die erste Vakanz der Dompfarrei nach der Pensionierung von Prälat Bernhard Kah als Dompfarrer. Seitdem - ganze 21 Jahre - war Pfarrer Seeberger für viele und immer mehr Menschen, weit über die Seelsorgeeinheit und die Stadt hinaus, ein "treuer Zeuge des Evangeliums": als feinsinniger und tief spiritueller Prediger und Zelebrant, als unermüdlicher Seelsorger und Beichtvater, als Freund der Literatur und der Künste, als Autor von Predigthilfen und pastoralen und theologischen Büchern und Beiträgen, als hochengagierter, inspirierender, kreativer Pfarrer und Gemeindeleiter von St. Konrad, als Miterfinder und Begleiter der Hospiz- und Trauerarbeit in Stuttgart, und für unser Pastoralteam und mich als Leitenden Pfarrer: als ernsthafter, loyaler, wo nötig kritischer, immer am Wohl und Heil der Menschen hier in der Stadt orientierter Kollege.

Es würde Seiten füllen, die Aktivitäten und pastoralen Initiativen, die „Highlights“ und Verdienste von Anton Seeberger aufzuzählen. Ich will es gar nicht versuchen. Und vielleicht kennzeichnen sein Wirken, mehr als äußere Ereignisse und Aktivitäten, eher die Spuren, die er in Herzen und Seelen der unzähligen Menschen wohltuend hinterlassen hat, die er auf ihrem Weg als Menschen und Christen begleitet, die er ermutigt, getröstet, bestärkt hat und mit denen er sich auf die Suche nach Gott gemacht hat.

Die Autorin Felicitas Hoppe zitierend, schrieb Anton Seeberger einmal „Seelsorgerinnen und Seelsorger fungieren als das ‚aufgespannte Ohr Gottes‘, das alles, was gesagt wird, aufmerksam hört.“ (Seelsorge als Dienstleistung, in: Stadtgespräch. 12 Zwischenrufe aus dem Haus der Katholischen Kirche Stuttgart, Ostfildern 2012) Und weiter: „Ob wir als Seelsorgerinnen und Seelsorger jemanden für das Reich Gottes gewinnen oder gewonnen haben, entzieht sich meistens unserer Kenntnis. Ob aus unserer Dienstleistung eine Beziehung zu Christus, zu seiner Kirche, zu einer konkreten Ortsgemeinde erwächst, wäre manchem Menschen und mancher Gemeinde zu wünschen. Aber es muss uns genügen, in einem Menschen etwas zu wecken oder verwandeln zu helfen, etwas, das in einem Menschen das Gefühl und in mir als Seelsorger das Wort Jesu aufkeimen lässt: ‘Du bist nicht fern vom Reich Gottes‘ (Mk 12,34).“

Lieber Anton, als „treuer Zeuge des Evangeliums“ und „Dienstleister“ im besten Sinn des priesterlichen Dienstes für die Menschen hast Du so vielen Menschen vermittelt, dass Gottes Reich und seine Wirklichkeit ihnen nahe ist. Nun, nach 21 Jahren priesterlichem Wirken in Stuttgart, müssen wir Dich in den wirklich „wohlverdienten“ Ruhestand verabschieden. Du wirst uns fehlen! Ganz persönlich, als Leitender Pfarrer der Gesamtkirchengemeinde Stuttgart-Mitte, für unser Team und für die Katholische Stadtkirche von Stuttgart sage ich Dir von Herzen: „Vergelt's Gott!“ und wünsche Dir Gottes Segen und einen guten Start in ein von vielen Pflichten und Beschwernissen des Berufes erleichtertes und für all die Themen und Interessen, die Dir am Herzen liegen, befreites neues Leben!

In herzlicher Verbundenheit:
Msgr. Dr. Christian Hermes, Stadtdekan

 

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