Gesamtkirchengemeinde

Mahl am Abend: Picknicken für mehr Ökumene, die beiden Kirchen laden zum Teilen des Brotes im Schlossgarten ein

Als sichtbares Zeichen der Verbundenheit laden die katholische und die evangelische Kirche in Stuttgart am Sonntag, 15. Mai, um 17 Uhr zu einem gemeinsamen Picknick mit kleinem Programm in den Schlossgarten beim Eckensee ein. Es wird gegessen, gesungen, es gibt Gebete und Statements.

Beim Katholikentag kommen Christinnen und Christen aus vielen Teilen Deutschlands zusammen, um gemeinsam zu diskutieren, Gottesdienst zu feiern, auch um gesellschaftlich Stellung zu beziehen. Die katholische und die evangelische Kirche in Stuttgart nehmen das Großereignis zum Anlass, um ein Zeichen zu setzen in einer zentralen ökumenischen Frage: Sie setzen sich für Gastfreundschaft bei Eucharistie und Abendmahl ein.

Am Sonntag, 15. Mai, um 17 Uhr treffen sich Stuttgarter Christinnen und Christen zum gemeinsamen Picknick. Die Teilnehmenden bringen Essen und Getränke selbst mit, violette und gelbe Picknickdecken mit den Logos beider Stadtkirchen bekommen sie als Geschenk. Auf dem Programm stehen Statements von Menschen, die sich in der Ökumene engagieren, von den beiden Stadtdekanen Søren Schwesig und Christian Hermes sowie von konfessionsverbindenden Ehepaaren. Es gibt gemeinsame Fürbitten, Musik von den „Stuttgarter Friedensfanfaren“, ein szenisches Spiel mit den Maskottchen Roxy und Gani und natürlich Zeit für den Austausch mit den Nachbarn auf den Picknickdecken. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Das Picknick findet nur bei gutem Wetter statt. Bei Regen laden die katholische und die evangelische Kirche um 17 Uhr zu einem ökumenischen Gottesdienst in die Domkirche St. Eberhard. Thema des Gottesdienstes, den die beiden Stadtdekane gestalten, ist dann natürlich die Mahlgemeinschaft.

Auf den Picknickdecken rund um den Eckensee werden katholische und evangelische Christinnen und Christen das Brot teilen, das im Gottesdienst meist noch immer nicht geteilt werden darf. „Wir wünschen uns, dass evangelische Gläubige in jeder katholischen Eucharistiefeier ganz selbstverständlich zur Kommunion eingeladen werden“, sagt Andreas Bouley, der Gewählte Vorsitzende des Stadtdekanatsrats der katholischen Kirche in Stuttgart. „Wir sind Christinnen und Christen, die auf die Gemeinsamkeiten blicken und nicht auf das Trennende. Deshalb fordern wir von unserer Kirchenleitung in Rom, dass Sie ökumenische Gastfreundschaft bei der Eucharistie endlich möglich macht“, so der Katholik.

Warum sich die evangelische Kirche für ein symbolisches Mahl am Abend einsetzt, erklärt Sabine Klonk, die Gewählte Vorsitzende der Kirchenkreissynode Stuttgart: „In evangelischen Gottesdiensten laden wir ganz selbstverständlich katholische Gottesdienstbesucher/innen zum Abendmahl ein. Leider ist diese Form der gemeinsamen Mahlgemeinschaft evangelischen Christinnen und Christen in katholischen Gottesdiensten verwehrt. Gerne unterstützen wir den Wunsch unserer katholischen Mitchristen in Stuttgart, in der Frage der Mahlgemeinschaft weiterzukommen. Gemeinsam laden wir zum Mahl am Abend und erhoffen uns einen Impuls an die katholische Kirchenleitung in Rom, in dieser Richtung weiterzudenken.“

Bereits vor dem Ökumenischen Kirchentag in Frankfurt im vergangenen Jahr gab es die Forderung nach einer Mahlgemeinschaft von Christinnen und Christen unterschiedlicher Konfessionen. Diesen Impuls aus Frankfurt nehmen die katholische und die evangelische Kirche in Stuttgart mit ihrer Einladung zu einem Mahl am Abend im Schlossgarten symbolisch auf. Ausdrücklich begrüßen und unterstützen die beiden Stadtdekane Christian Hermes und Søren Schwesig die Initiative der Kirchenmitglieder aus dem Stadtdekanatsrat und der Kirchenkreissynode.

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