St. Konrad

St. Konrad: Auf neuen Wegen

„Meine Auseinandersetzung mit den Texten des Sonntages hat sich sehr verändert.“ sagt Margarete Volbers-Dreckmann, eine von sechs Wortgottesfeierleitern, die seit September 2021 die Wortgottesfeiern in St. Konrad gestalten. Neben der hauptamtlichen pastoralen Ansprechperson Ursula Mühlbauer haben sich Alexandra Schluck-Amend, Elles Kärcher, Ulrich Liener, Christian Scheckenbach und Margarete Volbers-Dreckmann bereit erklärt, diesen Dienst zu übernehmen. Seit September 2021 finden in St. Konrad an drei von vier Sonntagen im Monat um 10 Uhr Wortgottesfeiern statt. Zwei davon werden von Ehrenamtlichen gestaltet.

Ein großer Teil der Gemeinde hatte sich die bange Frage gestellt, was wohl nach dem Weggang von Pfarrer Anton Seeberger in den Ruhestand aus dem liebgewordenen wöchentlichen Sonntagsgottesdienst werden würde - war dies doch die zentrale Feier für St. Konrad. Über eines herrschte schnell Einigkeit: die 10 Uhr Feier muss erhalten bleiben, damit Raum für das Glaubensleben der Gemeinde erhalten und lebendig bleibt. Inzwischen findet die Form der Wortgottesfeier großen Zuspruch. Und sogar die kritischsten Geister zeigen sich begeistert.

Das hat Gründe.

Die Wortgottesfeierleiter haben sich nicht nur gründlich in ihren Dienst eingearbeitet, sie bereiten auch jeden Gottesdienst intensiv vor. „Wichtig ist, sich über die zentrale Aussage der Feier zu verständigen. Wir tauschen uns im Vorfeld über das Evangelium aus und darüber, wie wir den Gottesdienst gestalten wollen, suchen Texte und Gebete aus“, sagt Margarete Volbers-Dreckmann. Es sind immer zwei, die die Wortgottesfeiern vorbereiten und leiten und diesen eine eigene Prägung geben. „Das wird je nach Personenkonstellation unterschiedlich und so auch vielfältig.“

Die Ansprache ist ein zentraler Teil der Wortgottesfeier. Man könne sich bei vorformulierten Texten bedienen oder aber eigene Gedanken verfassen. „Was ist die Frohe Botschaft am heutigen Sonntag? Worum geht es?“ Die intensive persönliche Auseinandersetzung mit den Texten steht am Beginn jeder Vorbereitung. Schließlich muss der Text durchdrungen werden, um über ihn etwas sagen zu können. „Das ist ausgesprochen wertvoll und bereichernd“, sagt Margarete Volbers-Dreckmann. Und zeitintensiv. „Eine Ansprache entwickelt sich – mitunter über Tage. Manchmal ergänze ich noch am Abend vor der Wortgottesfeier einen gerade entstandenen Gedanken.“

Dabei entstehen je nach Wortgottesfeierleiter Ansprachen, die von den einzelnen Persönlichkeiten geprägt sind. „Ich erlebe es als sehr bereichernd, von Menschen aus der Gemeinde oft sehr persönliche Blicke auf die Texte des Sonntags zu gewinnen. So wie wir es leben, erlebe ich es als ein Teilen des Glaubens.“ Und: Man gibt viel von sich persönlich preis: „Und dann ist es schön zu sehen, wenn die Gemeinde die Gedanken aufnimmt und nach der Feier noch zum anschließenden Austausch verweilt.“

Seit 2018 finden Wortgottesdienste in St. Konrad statt. „Anfangs als Urlaubvertretung für unseren Pfarrer“, erinnert sich Margarete Volbers-Dreckmann, die von Anfang an dabei ist. „Ich wurde mehr oder weniger ins kalte Wasser geworfen. Und habe da erst begonnen, mich mit dieser Form der Liturgie auseinanderzusetzen.“ Wie alle Wortgottesfeierleiter nach ihr, nahm sie an einem vorbereitenden Kurs bei der Diözese teil. „Das ist Voraussetzung für den Dienst.“ Zu einer Wortgottesfeier-Form zu finden, wie sie in der Gemeinde St. Konrad jetzt gelebt wird, war ein Weg, der mit vielen Gesprächen – zu Beginn noch mit Anton Seeberger -, Auseinandersetzungen und vor allem dem Einholen von Feedback aus der Gemeinde geprägt war. „Uns allen war wichtig, dass wir eine Form finden, die zu St. Konrad passt und von möglichst vielen getragen und angenommen werden kann.“ Und die Gemeinde ist froh, dass es Feiern sind, die auch weiterhin von den bestehenden Diensten wie Kantoren, Ministranten, Lektoren und Kommunionhelfern mitgestaltet werden.

Eine große Hilfe bei der Gestaltung ist der Organist, Florian Wolf. „Musik ist eine tragende Säule bei den sonntäglichen Gottesdiensten. An dieser Stelle einen verlässlichen, kreativen und verständigen Musiker mit viel Gespür für Liturgie zu haben, ist ein Geschenk!“ Zwischen dem Organisten und den Wortgottesfeierleitern herrscht ein reger Austausch, was Ideen für die Gestaltung der Feiern angeht. In diesem Zusammenspiel entstehen Ideen, wie Liturgie abwechslungsreich gestaltet werden kann. „Und das ist gut so, damit die gemeinsame Feier des Glaubens authentisch und lebendig bleibt!“

 (Thomas Schwarz)

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