Gesamtkirchengemeinde

Sing mit in unseren Chören!

Zum Mitsingen im Chor sind alle eingeladen, Kinder, Jugendliche und Erwachsene, geübte Sänger:innen und Einsteiger:innen. Für Jede und jeden gibt es in unserer Gesamkirchengemeinde Gelegenheit, mitzusingen und einzusteigen. Domkapellmeisterin Lydia Schimmer, Domkantor Adam Krukiewicz von St. Eberhard, der Leiter der Chos VoxGe.org und Chor und Band St. Georg Matthias Nassauer und der Chorleiter des ökumenischen Chors der Christus und St. Konradkirche Florian Löthe freuen sich über neue Sänger:innen und Sänger. Hier sprechen sie über die Bedeutung und Wirkung der Chormusik.

Sängerinnen und Sänger der Chöre unserer Gesamtkirchengemeinde tauchen unsere Kirchen immer wieder in wunderbar starke und feine, kräftige und leise, helle und volle Klänge. Über die Chormusik können wir unseren Glauben auf eine ganz unmittelbare und berührende Weise neu erleben. Die ästhetische Wirkung der Musik verbindet uns, sie stärkt so unsere Gemeinschaft. Wir sind dankbar für die Klangvielfalt der Chöre und das große Können und die Leidenschaft unserer Chorleiter:innen, die gemeinsam mit ihren Chören, mit viel Freude und Engagement große Werke der Kirchenmusik erarbeiten. 

Kontakt zu den Chören: 
St. Eberhard: buero@dommusik-stuttgart.de 
St. Georg: matthias.nassauer@chor-und-band-stgeorg.de
St. Konrad: florian.loethe@oekumenischer-chor-stuttgart.org 

 Warum sind Sie Kirchenmusiker:in geworden?:

Lydia Schimmer:
Weil ich mich als gläubiger Mensch schon seit meiner Kindheit in Kirchenräumen zu Hause fühle, weil mich Kirchenräume faszinieren und darin zu musizieren noch mehr, weil ich klassische Musik liebe und die Kombination von diesen Räumen, der katholischen Liturgie und der Musik.

Matthias Nassauer:
Ich habe Freude daran, gemeinsam mit Sängerinnen, Sängern und Instrumentalisten Musikstücke zu erarbeiten und intensiv daran zu feilen. Kirchenmusik ist für mich ein wichtiger Teil der kirchlichen Arbeit – sie spricht Menschen oft auf einer ganz besonderen Ebene an und kann Türen öffnen, um für die Kirche zu begeistern. 

Wie klingen Ihre Chöre?

Lydia Schimmer:
Ich arbeite sehr gerne und sehr viel an Intonation, also an der Sauberkeit des Klanges, das hängt mit Vokalfärbung und Körpereinsatz zusammen, da mein Klangideal ein reines, klares, strukturiertes ist. Ich mag es auch, wenn der Chor voll und weich klingt...es darf aber auch gerne einmal richtig "knallen", wenn die Musik das erfordert...wichtig ist mir: Körperlichkeit im Klang. 

Matthias Nassauer:
VoxGe.org erarbeitet klassische Werke, wagt aber auch Neues – von barocken Wiederentdeckungen bis hin zu zeitgenössischen Kompositionen, die aktuelle Themen wie den Ukraine-Krieg aufgreifen. Chor und Band St. Georg bringt populäre Kirchenmusik zum Klingen – Jazz, Pop und Neues Geistliches Liedgut, begleitet von einer Band. Diese Musik lädt zum Mitsingen ein, bringt Schwung in die Gottesdienste und macht Glauben lebendig und spürbar.

Adam Krukiewicz:
Ich denke, dass meine Herkunft in diesem Aspekt eine große Rolle spielt. Mein Geschmack und das Klangideal, das ich für Chöre bevorzuge, wurde stark von der osteuropäischen Tradition geprägt – gekennzeichnet durch ein relativ großes Volumen, einen hohen Obertonreichtum und helle, offene Vokale. Meine Lehrer aus der Studienzeit haben mir beigebracht, dass Chorsängerinnen und Chorsänger sich stimmlich nicht einschränken und die sogenannte „solistische“ Stimmführung nicht meiden sollten. Mit dieser Klangästhetik versuche ich, die Ensembles, die ich hier leite, zu inspirieren.

Was muss man können, um in Ihren Chören mitzusingen?

Florian Löthe:
Eine gewisse Chorerfahrung, vor allem im klassischen Repertoire ist gut, kann aber auch dadurch erworben werden, wenn man neben sicheren Sängerinnen oder Sängern sitzt und zuhört. Wir proben regelmäßig einmal die Woche, aber es ist möglich, immer auch bei verschiedenen Projekten auch nur für einen kürzeren Zeitraum beim Chor mitzusingen und dann wieder zu pausieren. Wir sind zum Glück ein Chor, der von den Mitgliederzahlen her sehr stabil ist, aber auch gemeinsam älter wird. Hier wäre es sehr schön, wenn wir neue Sängerinnen und Sänger gewinnen könnten, um möglichst lange gemeinsam singen zu können. Wir freuen uns immer über neue Sängerinnen und Sänger und man kann jederzeit einsteigen. 

Adam Krukiewicz:
Ich gehe davon aus, dass grundsätzlich jeder Mensch singen kann – dennoch ist der Zeitpunkt, an dem man beginnt, sehr wichtig. Das musikalische Gehör entwickelt sich bereits im frühen Kindesalter. Damit meine ich nicht unbedingt eine professionelle musikalische Ausbildung von klein auf, sondern die frühe Begegnung mit Musik und die ersten, wenn auch noch so kleinen musikalischen Schritte. In dieser Hinsicht ist die Situation in Deutschland komfortabel, weil ein großer Teil der Gesellschaft schon im Kindergarten oder in der Grundschule mit Musik in Berührung kommt, oder zum Beispiel in kirchlichen Kinderchören. Ich habe den Eindruck, dass die deutsche Gesellschaft von Musik durchdrungen ist. Als Basisvoraussetzung gilt die Fähigkeit, eine Melodie aus dem Gotteslob nachzusingen. Darüber hinaus sind für mich die Bereitschaft, die eigenen Grenzen zu überschreiten, und die Neugierde auf Neues entscheidend. Gerade jetzt nach dem Sommer bietet sich ein perfekter Einstieg an.

Matthias Nassauer:
Man muss vor allem Freude am Singen mitbringen – und ein bisschen Biss und Ausdauer, um regelmäßig an Proben und Aufführungen teilzunehmen. Je nach Projekt ist ein Einstieg meist jederzeit möglich – wichtig ist die Bereitschaft, verlässlich dabei zu sein und gemeinsam an den Stücken zu feilen. Da die Werke bei VoxGe.org schwieriger sind, sind in diesem Chor Notenkenntnisse und Chorerfahrung sehr hilfreich. 

Was motiviert Sie bei der Arbeit?

Florian Löthe:
Das Schöne an der Arbeit ist die Energie, die einem der Chor im gemeinsamen Arbeiten zurückgibt. Das gemeinsame Proben an einem Werk oder Projekt schweißt zusammen und ein Konzert oder ein schön gestalteter Gottesdienst erfüllt. Ich sehe für mich als Dirigent oft die Aufgabe darin, den Sängerinnen und Sängern es zu ermöglichen, gemeinsam ein Werk zur Aufführung zu bringen und ziehe eine Zufriedenheit daraus, dass es gelingt. 

Lydia Schimmer:
Das Schöne ist, jede Gruppe ist anders, jede Gruppe fordert mich neu und auf andere Weise heraus und spiegelt sofort wieder, was ich vorne gebe oder nicht gebe: Stets ein Spiegel für einen selbst. Gleichzeitig auch eine Herausforderung, die Gruppen in sich zu stärken und zu einem Klang zu formen. Es ist schön miteinander zu lachen, zu schwitzen, zu arbeiten, loszulassen bis zum Auftritt hin ...all das, was eine kontinuierliche gemeinsame Aktion mit sich bringt. 

Adam Krukiewicz:
Die Arbeit als Dirigent bedeutet – neben den Aspekten der Gesangstechnik – vor allem, Emotionen mit einer großen Gruppe von Menschen zu teilen. Dieses „Mitfühlen“ ermöglicht es, die Kraft der Gemeinschaft auf sehr unmittelbare Weise zu erleben, ein wenig so, wie wenn ein Schwarm Vögel gemeinsam auf dem Wind der gemeinsamen Gefühle dahingleitet. Außerdem ist es äußerst befriedigend zu spüren, dass wir gemeinsam unsere eigenen Grenzen überschreiten, dass wir im Rückblick auf die Probenzeit unsere gemeinsamen Erfolge und die nächsten Meilensteine sowohl in der persönlichen Entwicklung als Sänger als auch als Ensemble erkennen können, das von Projekt zu Projekt immer besser zusammenklingt. Diese Zufriedenheit sehe ich oft im Glanz der Augen meiner Chorsängerinnen und Chorsänger.

Was ist gute Chormusik für Sie?

Lydia Schimmer:
Gute Chormusik gibt es in so vielen verschiedenen Stilen und Facetten, Epochen...entscheidend ist: Die Stücke sind auf Stimmen ausgerichtet, klug gemacht und vor allem, sie "klingen" am Ende und rühren einen selbst und die Zuhörerschaft an. Ob diese durch schön geführte Melodien ist, gute Stimmführung, interessante oder schlichte Harmonien, herausfordernde packende Rhythmen, Spiel it der Sprache, expremientelle Elemente....all das spielt da mit hinein.

Matthias Nassauer:
Gute Chormusik ist für mich nicht nur das, was mir persönlich gefällt. Es gibt unterschiedliche Geschmacksrichtungen – sowohl im Chor als auch bei den Zuhörerinnen und Zuhörern. Mir ist wichtig, dass wir Vielfalt bieten, dass Musik Menschen erreicht und bewegt.

Florian Löthe:
Gute Musik ist Musik, die andere Menschen erreicht und die Emotionen in den Sängerinnen und Sängern, aber auch in den Zuhörerinnen und Zuhörern auslöst. Wir sind sehr geprägt von Erinnerungen an Musik, die Emotionen auslöst - als bestes Beispiel könnte hier "O du fröhliche" an Weihnachten dienen - andererseits sollte man auch immer offen für Musik sein, die einen neu anregt und dadurch begeistern kann. Gute Musik ist also die, die einen im Inneren erreicht. 

Adam Krukiewicz:
In der jetzigen Phase meiner musikalischen Entwicklung sind für mich besonders die stetige Neugier und die Suche nach Wahrheit in vielerlei Hinsicht wichtig. Einerseits meine ich damit die historische Wahrheit, also das Bemühen, die Intentionen des Komponisten zu verstehen – durch das Studium des historischen Kontextes, insbesondere der Informationen über das persönliche Leben des Komponisten. Letztlich unterscheiden wir uns im Laufe der Geschichte gar nicht so sehr voneinander und erleben die gleichen universellen Sorgen und Freuden. Andererseits verstehe ich Wahrheit als die Authentizität der Ausführenden, ihre Fähigkeit, mit der musikalischen Sprache so umzugehen, dass sie – ohne Dinge wörtlich zu benennen – auf differenzierte Weise im Hörer nachklingt. Und ganz banal ausgedrückt: Als Zuhörer gefällt es mir, wenn ich dem Interpreten die Freude am Musizieren ansehen kann.

Warum singen Menschen im Chor?

Lydia Schimmer:
Singen stärkt den Geist und den Körper, Singen wirkt sich positiv auf das Gemüt aus, dazu kommt das Gemeinschaftserlebnis mit einer Gruppe "zu klingen", aufeinander zu hören, aufeinander einzugehen, dadurch sich noch "stärker/gestärkter" zu fühlen. Wenn ich selbst in Chören singen und auch nach gut gelaufenen Proben, geht es mir in der Regel immer besser als davor....und wenn dies regelmäßig ist, spüre ich so richtig, was dies im positiven Sinnen mit mir macht. Ich fühle mich insgesamt wacher, lebendiger, mehr "bei mir", selbstbewusster. Das geht vermutlich vielen so.... 

Adam Krukiewicz: 
Singen ist eine körperliche Aktivität, denn beim Singen ist der ganze Körper beteiligt. In der Arbeit mit dem Chor ermutige ich die Sängerinnen und Sänger oft, ein paar tänzerische Schritte zu machen – das hilft nicht selten, das Phrasieren besser zu begreifen als lange Erläuterungen des Dirigenten. Über die positive Wirkung des Singens auf das Wohlbefinden wurde bereits viel geschrieben. Vielleicht antworte ich darauf lieber etwas persönlicher: Egal mit welchem emotionalen Gepäck ich an diesem Tag zur Chorprobe komme, gehe ich jedes Mal gestärkt und einfach fröhlicher hinaus.

Matthias Nassauer:
Singen tut gut: Es entspannt, kräftigt die Atmung, macht fröhlich und verbindet. Viele spüren nach der Probe: Ich bin leichter, gestärkt und Teil einer Gemeinschaft. Viele Sänger freuen sich auf den festen Termin, einmal in der Woche in den Chor zu kommen. 

Florian Löthe:
Ich denke, dass viele Sängerinnen und Sänger wegen des guten Zusammenhalts kommen und sich freuen gemeinsam Singen zu können. Chormitglieder erzählen oft, dass sie müde abends um 20 Uhr zur Chorprobe kommen und danach wieder wach und frisch sind. Ich denke es ist die Gemeinschaft, die Zufriedenheit, etwas zusammen zu proben und es tut einfach gut. Besonders schön am Chorsingen ist, dass man auch sich auch gegenseitig sehr gut unterstützen kann, wenn z.B. jemand ein Stück schon besser kann oder kräftiger singt, die Nachbarin oder Nachbarin einfach mitzieht und dadurch unterstützt.

Was bedeutet Chormusik für Sie persönlich?

Florian Löthe:
Für mich ist die menschliche Stimme der ehrlichste, aber auch verletztlichste Ausdruck in der Musik, der aber auch durch den Atem und das eigene Erleben des Klanges der erfüllenste sein kann.

Lydia Schimmer:
Ich kann ohne Musik wahrlich nicht sein. Ich merke das, wenn ich z. B. im Urlaub bewusst Abstand davon nehme, dann in einer Kirche oder unterwegs zufällig Musik, ob Orgelklänge oder Chöre höre (gut, ich gebe zu, ich bin da sehr "kirchenverliebt", da klingt es einfach oft am besten und die Atmosphäre stimmt), merke ich, was das mit mir macht. Sofort kommen Glücksgefühle, ich fühle mich mit etwas Sinnvollem erfüllt und nicht mehr "leer", "angekommen" ist vielleicht ein gutes Wort. Das macht etwas mit mir....  

Matthias Nassauer:
Musik ist für mich Freude, Trost und Glauben zugleich. Chormusik bedeutet, diese Erfahrungen mit anderen zu teilen – gemeinsam etwas zu schaffen, das größer ist als jede einzelne Stimme.

Was bedeutet Chormusik für die Kirche und die Gemeinde?

Lydia Schimmer:
Chormusik prägt die Kirche, die Gottesdienste der jeweiligen Gemeinde sehr. Engagierte Menschen kommen zusammen und erfüllen den Kirchenraum mit ihren persönlichen Stimmen. Sie kommen manchmal auch nur wegen der Musik in die Kirche. Sie gehören zur Gemeinde dazu und sind Abbild der Gemeinde. Wenn dies zu einem Klang wird, löst ganz viel aus, in denen, die zuhören, in denen die aktiv mitsingen. Davon bin ich fest überzeugt. Es stärkt auch eine gute Gemeinschaft, die ohne Zusammenhalt und Aufeinander Achtgeben nicht funktioniert. Das hat eine große wichtige Bedeutung für jede Gemeinde als stärkendes aufbauendes Element, wie ich finde. (Interview: sc)

 

 

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